Franziska-Hager-Grundschule Prien am Chiemsee


„Was haben wohl ein ekliger Gummihandschuh und eine alte Schuhsohle in einer Papier-Recycling-Fabrik verloren?“, fragte der stellvertretende Produktionsleiter und Lehrlingsausbilder Herr Käßberger die Schüler.
Die Antwort wurde ihnen auf dem nun folgenden Rundgang sehr rasch bewusst.

 

In Trostberg werden jährlich circa 175.000 Tonnen Altpapier angekauft und davon in einem aufwendigen Prozess 165.000 Tonnen Verpackungspapier produziert.
Einigen flotten Rechnern fielen sofort die 10.000 fehlenden Tonnen auf.
„Das ist alles Müll, der leider auch von unachtsamen Mitbürgern in die Altpapier-Container geworfen wird und so den wertvollen Rohstoff „Altpapier“ verunreinigt.
Essensreste, Dosen, Batterien, Hanteln, Gummihandschuhe, alte Schuhsohlen – ja sogar Kanaldeckel und vieles mehr landen hier und machen uns die Arbeit oft sehr schwer.“, erklärte Herr Käßberger den erstaunten kleinen Müllexperten.
Auf dem Weg entlang der 160 m langen Produktionsmaschine konnten die Schüler eindrucksvoll die Anlieferung des Altpapiers, die aufwendige Trennung des Papiers von Fremdstoffen, die Herstellung des Faserbreis, das Aufspritzen der Papiermasse auf riesige, endlose, umlaufende Siebe, sowie das Pressen und Trocknen des neuen Papiers im Schnelldurchgang verfolgen.
Könnte man sich auf eine Altpapierfaser setzen, wäre man entlang dieses Prozesses ca. 5 Stunden unterwegs.
Mit großen Augen beobachteten die Kinder die riesigen, 2,50 m breiten und 3 Tonnen schweren Papierrollen, die die Maschine am Ende ausspuckte und von großen Kränen in die Lagerhallen zum Verpacken transportiert wurden.
Dort übernehmen die Arbeit zwei Präzisionsroboter. Starr vor Staunen waren die Schüler kaum mehr zum Weitergehen zu bewegen.
„24 Stunden – rund um die Uhr rattern bei uns die Maschinen. Stellt euch vor in einer Minute können wir 1km Recycling-Papier herstellen“, berichtete Herr Käßberg stolz, „Dazu verbrauchen wir allerdings genauso viel Energie wie eine kleine Stadt mit 50.000 Einwohnern.“

 

Um vom Sehen zum Begreifen zu kommen, durften nun die Besucher den Produktionsprozess im vereinfachten Vorgang selbst erleben.
Zusammen mit Frau Gasser, der Assistentin der Geschäftsführung, und drei Lehrlingen durfte jedes Kind sein eigenes Blatt Papier schöpfen.
Die angehenden Papiertechnologen standen den Schülern mit Rat und Tat zur Seite.
„Das ist ja eigentlich genau dasselbe wie bei den großen Maschinen – schöpfen, pressen, trocknen – fertig!“ freut sich Stephanie.
Stolz durften die Papierschöpfer ihr druckfrisches Blatt, sowie wertvolles Informationsmaterial und Bastelpapier mit nach Prien nehmen.

Meinungen und Kommentare der Kinder:

Vanessa, Vivien, Melanie, Janina und Evelyn: “Das ist ja ein richtiges Abenteuer hier!“

Andrea, Anela und Fliona sind sich einig: „Eine Papierfabrik ist nicht jedermanns Sache – hier stinkt es schon mal fürchterlich.“

Dominik: „Der Lärm ist ja kaum zu ertragen – für meine Nerven wär das nichts!“

David, Sabrina und Manuel wundern sich: „Die Fabrik ist fast schon 100 Jahre alt, das die noch steht und funktioniert, unglaublich!“

Julia staunt: „Das soviel Arbeit in einer Rolle Papier steckt hätte ich nie gedacht – so viele Maschinen – und wer bezahlt das alles? Der Hammer!“

Hendrik, Johanna, Philipp, Maxi und Sabine ist nun klar: „Warum Papier so viel kostet, dass weiß ich jetzt. Das ist vielleicht ein Aufwand!“

Tommy findet gut, „dass man Papier so gut recyceln kann – es kostet natürlich auch massig Strom und Wasser.“

Ado, Jana und Tim schimpfen: „So eine Sauerei, was da alles im Altpapier auftaucht! Nur weil die Leute nicht aufpassen und zum Beispiel eine wachsverschmierte Serviette in den Papiercontainer werfen, kann bei Rieger-Papier die Produktion für Stunden lahm gelegt werden.“

Carina, Emil, Lisa und Ari haben sofort einen Rat parat: „Diese Müllsünder sollten alle mal einen Rundgang in einer Papierrecycling-Fabrik buchen! Da würden sie aber schnell ordentlich trennen.“

Die Klassen 4a und 4b sind sich einig: „ Liebe Leser, wir bitten euch: Werft in den Papiercontainer nur das, was auch wirklich hineingehört, denn die Reinigung ist wie gesagt sehr sehr aufwendig und verbraucht viel Energie!“